[Rezension: „ICE-Hüter des Nordens“ by Sarah Beth Durst]

FÜR DIE LIEBE ÜBERSCHREITET SIE DIE GRENZEN DER WELT…

Die junge Cassie ist in den endlosen Weiten der Arktis aufgewachsen. Ihre Großmutter erzählte immer, dass Cassies Mutter vom Nordwind entführt wurde. Cassie hat nie daran geglaubt – bis sie einem Eisbären begegnet, der plötzlich zu ihr spricht. So erfährt sie, dass die Geschichte aus ihrer Kindheit wahr ist. Um ihre Mutter zu befreien, muss sie ein altes Versprechen einlösen und die Frau des Eisbären werden. Cassie willigt ein, und schon bald entwickelt sich eine zarte Bindung zwischen ihr und dem magischen Wesen. Doch über dem Bären liegt ein Fluch, der ihre Liebe in größte Gefahr bringt…

Erster Satz:

>>Es war einmal vor langer, langer Zeit, da sagte der Nordwind zum König der Eisbären:>Stehle mir eine Tochter, und wenn sie herangewachsen ist, soll sie deine Braut sein.<<<

Zur Story:

Sarah Beth Durst entführt uns in eine Welt aus Eis, der Arktis. Dort begegnen wir Cassie, die mit den Geschichten um den Eisbärkönig und die Tochter des Nordwindes aufgewachsen ist. Im Alter von 18 begegnet sie eben jenem König der Eisbären der ihr von einem Versprechen erzählt, welches Cassie nun eingehen soll – sie soll die Frau des Eisbären werden. Nach einem hin und her willigt Cassie unter der Bedingung ein, das der Bär ihre Mutter aus dem Reich der Trolle befreit. Beim betreten des Schlosses aus Eis, wird Cassie sich all der Magie die dort herrscht bewusst. Ein Schloss aus Eis, doch sie spürt keine Kälte, ein Tisch der sich selbständig mit Speisen füllt.

>>Du bist anders als alles, was ich jemals gekannt habe<<, fuhr er fort. >>Du bist Klarheit. Du bist Licht. Du bist Feuer. Ich komme aus einer Welt aus Eis.<< (S. 57)

Nachts kommt Bär, wie er liebevoll von Cassie genannt wird, in seiner menschlichen Gestalt ins gemeinschaftliche Bett. Doch Cassie darf ihn so nie sehen, dann würde sie ihn für immer verlieren. Eines Nachts jedoch…….

Nachdem Cassie erfahren hat welchen Handel der Bär mit den Trollen abgeschlossen hat, um ihre Mutter zu befreien macht sie sich auf, auf in ein Abenteuer das Cassie das unmögliche abverlangt, sie begegnet mehreren magischen Wesen von denen sie sich Hilfe verspricht – im Kampf um die Rettung ihres Bären.

Schwerfällig tappte er zwischen den Büschen aus Eis auf sie zu. Als sein Fell einige Blätter streifte, begannen sie zu klirren und zu klingeln wie Kristall. Sie wich zurück und stieß gegen die Eisskulptur einer Meerjungfrau. >>Ich kann dir eine ganz neue Welt zeigen<<, sagte der Bärenkönig. >>Ich bin in der Lage, Wunder zu vollbringen, die du dir nicht einmal vorstellen kannst. Wunder, von denen du noch nicht einmal weißt, dass sie überhaupt existieren. Wunder, die du jetzt noch gar nicht verstehen würdest.<<(S. 60)

my opinion

ICH. LIEBE,DIESES.BUCH. Gleich mit Beginn des Prologs: „Es war einmal vor langer, langer Zeit“- so fangen doch wirklich die schönsten Märchen an. Und für mich ist dieses Buch ein Märchen. Und nach sorgfältiger Recherche kann ich sagen das es auch eines ist. Dieses Buch ist eine Neuinterpretation des norwegischen Märchens Östlich von der Sonne und westlich vom Mond und dem Märchen Der weiße Bär, König Valemon – beide aus der Sammlung von Peter Christen Asbjørnsen und Jørgen Engebretsen Moe, es gibt sogar einen Märchenfilm dazu, aber halt mit einigen Abwandlungen: Der Eisbärkönig.

Als ich mir damals den Klappentext durchgelesen hatte, musste ich dieses Buch einfach haben. Handlungsort, die Arktis – hallo. Es war mein erster Abstecher ins Land der Kälte und ich habe es genossen. Ich war mir nicht sicher ob die Autorin es schafft mir das Leben im ewigen Eis zu zeigen, doch sie schaffte es. Für mich wäre es unvorstellbar, ich liebe den Winter aber Jahrelang in eisiger Kälte auszuhalten. Doch Cassie, die dort aufgewachsen ist, scheint mit dem Leben zurecht zu kommen. Sie liebt die Eisbären und dann steht eines Tages einer vor ihr, und er spricht. Cassie fand ich toll, auch wenn sie das alles für unmöglich hält willigt sie der Heirat ein. Um ihre Mutter zu retten, einer Frau der sie nie begegnet ist. Wie wird es sein wenn sich Mutter und Tochter nach 18 Jahren wieder gegenüber stehen? Die Autorin hat diesen Moment so glaubwürdig beschrieben, wie es wohl auch im wahren Leben zugeht. Hier habe ich wirklich mit Cassie mitgefühlt, 18 Jahre Trennung haben doch so einige Spuren hinterlassen.

Die Beziehung zwischen Cassie und Bär, sooo schön. Auch wenn sie etwas zu kurz kam. Hier hätte ich mir wirklich noch mehr gewünscht vor allem zum Ende hin. Aber trotz dessen war es schön mitanzusehen wie die beiden die Tage verbringen, sie haben Spaß, Lachen, tanzen. Und Nachts, im dunklen wenn die Beiden das Bett teilen, da habe ich mir auch oft gewünscht an Cassies Stelle zu sein.

Neben dem menschlichen hat die Autorin auch das Verhalten der Eisbären toll beschrieben, beispielsweise wenn Bär gerade eine Robbe verspeist. Wie sie sich fortbewegen. Eisbären sind faszinierende Tiere, nicht erst seit Knut, den wir wohl alle in unser Herz geschlossen hatten. Nun endlich mal den Eisbären auf diese Art noch näher zu kommen ist ein kleiner Höhepunkt für mich.

Bevor ich nun aber vollkommen abschweife. Es gab auch ein paar Stellen die die Autorin sich hätte sparen können, die waren dann doch etwas zu detailliert beschrieben, Cassies Überleben im Eis zum Beispiel, wenn sie völlig ausgehungert mal ein kleines Eisbärjunges mimt, mehr sage ich dazu nicht. Um zu Überleben, okay, aber dies würde im wirklich Leben wohl eher nicht passiert, aber es ist ja auch ein Märchen. Das musste ich mir immer wieder sagen. Es war auch etwas anstrengend nur über Eis zu lesen, als Cassie dann endlich mal in wärmere Gefilde kam habe ich erstmals kräftig durchgeatmet – war ich erleichtert. Es gab wieder Bäume, Wälder, Flüsse und andere Tiere als Eisbären. Hier und da gab es auch gewisse Längen die ich am liebsten überblättert hätte. Das Ende wiederum fand ich grandios gelöst. Wie es sich natürlich für ein Märchen gehört gibt es hier ein Happy End, damit dürfte ich wohl nicht zu viel verraten haben.

cover

Das Cover ist ein Traum aus blau aus weiß und aus Eis :-). Als das Buch damals bei mir ankam wollte ich es gar nicht mehr aus der Hand legen. Ich habe mir jedes noch so kleine Detail genau betrachtet, den Eisbären, die Rose aus Eis und die kleinen „magischen“ silbrigen Sterne. Es ist mit Abstand eines der schönsten Cover die in meinem Regal verweilen. Das Originalcover gefällt mir aber auch toll. Cassie mit ihrem rötlichen Haar und ihr Geliebter.

Mein Fazit:

Auch wenn mir die Liebe etwas zu kurz kam, es hier und dort ein paar Längen gab ist es für mich ein wunderschönes Märchen, welchem ich mit Sicherheit erneut einen Besuch abstatten werde.

Von mir gibt’s 4/5 Eisbären 🙂

ICE – Hüter des Nordens
(Originaltitel: ICE)
Sarah Beth Durst
Egmont Lyx
320 Seiten
ISBN: 978-3-8025-8602-6
€ 12,99

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